Internet an Bord (1) Die Grundlagen

ENTWURF! NIX FERTIG! Dieser Artikel bedarf noch der Bearbeitung. Er steht hier nur als Platzhalter und Dummie, da ich für das Layout der Website drei Artikel brauche. 😉

Das World-Wide-Web ist für die Einen Über lebenswichtig, für die Anderen nur ein nettes Spielzeug. Aber eines ist es nicht: es ist auch von Bord der meisten Skipper nicht mehr weg zu denken.
Aber in der Praxis zeigt sich dann auch schon die Tücke der Kombination Boot und Internet: kein oder nur schlechter Empfang, das Smartphone bekommt nur im Cockpit eine Verbindung und der Laptop muss immer hochgehalten werden für den Download. Bekannter Alltag in vielen Häfen.
In dieser Artikelreihe stelle ich für euch alles Wissenswerte rund um das Thema Empfang von Internet an Bord zusammen. Wir starten mit den Grundlagen – um erst mal zu wissen worüber wir sprechen und wir nicht über das berüchtigte WLan-Kabel stolpern. Auch die Umsetzung an Bord werde ich beschreiben, zusammen mit einer detaillierten “Kochanleitung für Dummies”, wie die Geräte anzuschließen, einzurichten und zu benutzen sind. Dabei werde ich Alles so einfach und auf einem hoffentlich für blutige Laien verständlichem Level erklären. Vielleicht nicht immer bis ins Detail technisch genau, aber verständlich. Viel Spaß beim Lesen.

Internet

Ok – fangen wir mit dem großen Ganzen an, dem Internet an sich an. Eigentlich funktioniert das Internet nicht anders als normale Briefpost: Alle die mitmachen haben eine Adresse. Will ich jemanden kontaktieren so schicke ich ihm eine Nachricht an seine Adresse und er kann mir an meine Adresse zurückschreiben. Um die Nachricht los zu werden benötige ich ein Postamt, das dem internationalem Postwesen angeschlossen. An dieses Postamt leite ich meinen Brief mit der Empfängeradresse und dieses Postamt leitet die Briefe mit meiner Adresse an mich.
Übersetzt ins IT-Chinesisch ist das dann wie folgt: Überall auf der Welt sind Server die miteinander vernetzt sind. Diese Server verwalten Adressen – die IP Adressen. Unter einer solchen IP-Adresse ist dann ein Adressat zu erreichen. Die sieht z.B. dann so aus: 84.174.35.54
Einige Betreiber von diesen Servern – Provider genannt – stellen Unternehmen und Privatpersonen einen Zugang zum Internet zur Verfügung. Diese verbinden uns also mit dem Internet. Zu diesem Zwecke stellen wir eine Verbindung mit einem Modem über Kabel, Funk etc zum Provider her, dieser stattet uns mit einer seiner IP-Adressen aus und schon geht’s los mit dem Surf im Internet. Mit unserer Leih-IP können wir Anfragen nach Inhalten im Netz stellen und die Inhalte können uns zu dieser IP zugestellt werden.
Das passiert alles im Hintergrund und ganz automatisch, so das wir als Nutzer von dieser IP-Adresse meist nichts mitbekommen.

LAN

In der Regel sind wir Zuhause nicht allein und/oder betreiben mehr als ein Gerät welches den Zugang für das Internet benötigt. Nun könnten wir natürlich mit jedem Gerät einzeln eine Verbindung zum Provider aufbauen, was aber sehr aufwendig wäre. Aus diesem Grunde bauen wir i.d.R. Zuhause ein zweites – lokales – Netzwerk von Geräten auf, ein LAN. Kern eines solches Netzwerkes und der Verwalter ist ein sogenannter Router. Ein Gerät das also den ganzen Datenverkehr unseres kleinen Netzwerkes routet – also von einem zum anderen Gerät schickt. Das funktioniert sehr einfach: Wir geben unserem Netzwerk im Router einen Namen und verbinden die Geräte mit diesem Netzwerk vom Router entweder per Funk – WLan – oder Kabel.
Um jetzt den Datenverkehr verteilen und leiten zu können, geht unser Router her und teilt – genau wie im großen Internet – den einzelnen Geräten IP-Adressen zu. Das macht er automatisch und auch davon bekommen wir normalerweise nichts mit. Klasse Sache also. Jetzt kann also der smarte Kühlschrank mit dem Fernseher kommunizieren, da beide eine IP-Adresse haben unter der sie erreichbar sind. Und so kann der Samstagabendkrimi auf dem Smartphone ausgesucht werden und die Wiedergabe dann auf dem Fernseher starten. Beide Geräte haben eine eindeutige Adresse und kommunizieren miteinander. Der Router steuert diese Kommunikation indem er die Daten von einem Gerät kommend zu der angegebenen IP-Adresse leitet.
Ins Internet geht es genauso einfach: Unser Router ist per Modem mit unserem Provider verbunden und hat von diesem eine IP-Adresse bekommen, unter der er im World-Wide-Web erreichbar ist. Bekommt nun unser Router die Anfrage nach einer Internet IP-Adresse, so schaut er in einer Tabelle nach und findet im lokalen LAN keinen Teilnehmer dazu. Dann kommt Plan B ins Spiel: ist der Teilnehmer nicht im lokalen Netz bekannt, schnappt sich der Router seine Internet-IP, kontaktiert über den Provider das Internet und Bingo: wir bekommen die gewünschten Daten.
Wir haben jetzt also eine Verbindung durch unser lokales Netzwerk – über den Router und den Provider – ins große Internet hergestellt. War doch ziemlich einfach.

Hafennetzwerk

Um an Bord Zugang zum World-Wide-Web zu bekommen, benötigen wir nun eine kabellose Verbindung zum Land. Funk ist so eine “wireless”/kabellose Technik, die sich bestens in unseren Smartphones bewährt.
Und wir brauchen einen Provider um ins Internet zu kommen. Den werden wir aber meist im Hafen nicht direkt vor Ort haben, und viel weiter reicht unser Funk nicht. Direkter Zugang zum Provider scheidet also aus. Sonderlösungen wie Satellitentelefon etc. lassen wir aufgrund ihrer Exotik mal weg.
Kommt für uns die Alternative Hafen LAN ins Spiel. Wenn im Hafen der Betreiber ein eigenes lokales Hafennetzwerk betreibt, so können wir uns per W(ireless)lan mit diesem verbinden. Und wenn dieses Netzwerk einen Anschluß zu einem Provider hat, können wir von dort ins Internet geroutet werden. Also einfach Hafennetzwerk im Smartphone auswählen, evtl. Passwort eingeben und schon haben wir eine Verbindung in die Welt. Zumindest theoretisch. Denn jetzt kommen die Tücken eines Wireless LAN im Hafen und an Bord zum tragen. Gibt es schon innerhalb eines Einfamilienhauses Probleme die Funksignale durch Wände und über Strecken zu transportieren, so ist dieses Unterfangen in einem Sportboothafen um so schwieriger. Ausrichtung und Höhe der Antenne des Hafennetzwerkes spielen dabei eine große Rolle. Und selbst wenn diese Antenne optimal abstrahlt ist der Empfang an Bord keineswegs gesichert. Denn es müssen ja nicht nur Daten vom Hafennetzwerk empfangen sondern davor auch Daten von unserem Smartphone zum Hafennetzwerk gesendet werden. Und unser Gerät hat eine geringe Sendeleistung und ist meist ungünstig unter Deck und hinter einem Käfig von Stagen und Wanten verdeckt.
Eine dritte, vieleicht noch wichtigere Komponente ist die Funktionsweise eines Wlan: Alle Skipper senden mit ihren Geräten Anfragen ans Hafennetzwerk. Und grob vereinfacht ausgedrückt: wer am besten zu verstehen ist kommt besser durch und wird vom Hafennetzwerk gehört.
Der kritische Punkt in unserer Internetverbindung ist also die WLAN-Verbindung vom Schiff zum Hafennetzwerk und zurück. Die Qualität dieser Funkstrecke entscheidet über einen guten oder schlechten Empfang, über einen Balken oder vier in der Smartphone-Anzeige.

Internet an Bord

Nachdem wir jetzt wissen, das wir uns um eine möglichste gute Funkverbindung unserer WLan-Geräte mit dem Hafennetzwerk kümmern müssen, stellt sich die Frage nach den Möglichkeiten.
Möglichkeit eins ist das Eliminieren von Störeinflüssen an Bord. Wer also mit dem Smartphone am ausgestreckten Arm im Cockpit steht hat meistens einen besseren Empfang. Bis der Arm einschläft.
Möglichkeit zwei ist die Anschaffung leistungsfähigerer Wlan-Geräte. Das scheitert aber leider am Segen der Aufsichtsbehörden für den Funkverkehr, die unserer Smartphones und Laptops nur wenige hundert Milliwatt an Sendeleistung erlauben. Der neue Mobilfunkstandart 5G soll dann 1000 mW erlauben, immer noch wenig.
Kommen wir zu Möglichkeit Nummer drei: Wir richten uns an Bord einfach ein kleines, lokales Bordnetzwerk ein. Unser Bordnetz hat auch einen Router, der dann mit einer Funkantenne am Mast oder im Heckkorb verbunden den Kontakt zum Hafennetzwerk herstellt. Das Hafennetzwerk routet uns dann weiter ins Internet. Für diesen Zweck gibt es spezielle Lösungen von Routern und Antrennen, die dann mit erheblich besserer Leistung als unser Smartphone arbeiten und die Antenne steht an einem ideallen Ort.

Wie so eine Lösung aussieht technisch aussieht kommt dann im zweiten Teil der Reihe: